INFORMATION UND BERATUNG ZU DEN WECHSELJAHREN

Information und Beratung zu den Wechseljahren

Der weibliche Körper durchläuft im Laufe des Lebens einige Veränderungen. Vom Mädchen zur Frau in der Pubertät, während eventueller Schwangerschaften und der Stillzeit und letztendlich das Ende der reproduktiven Phase während der Wechseljahre. In all diesen Lebensabschnitten kommt es zu typischen Veränderungen des weiblichen Körpers und Problemen, die von Frau zu Frau unterschiedlich wahrgenommen werden.

Was sind eigentlich die Wechseljahre?

Der Begriff Wechseljahre beschreibt den wichtigen und ganz normalen Zeitraum im Leben einer Frau, in dem die körpereigene Produktion der Sexualhormone nachlässt und sich somit die Fähigkeit zur Fortpflanzung zurückbildet. Mit dieser hormonellen Veränderung gehen auch einige körperlichen Veränderungen einher.
Dieser Zeitabschnitt wird auch das Klimakterium genannt und beginnt normalerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Die Fruchtbarkeit der Frau nimmt zu diesem Zeitpunkt ab, da weniger Östrogen in den Eierstöcken produziert wird. Auch das Progesteron (Gelbkörperhormon) wird nicht mehr ausreichend gebildet, der Hormonhaushalt ändert sich deutlich.
In dieser Phase treten oft unregelmäßige Zyklen auf, die Menstruation kann lange, stark und schmerzhaft sein, dies ist Ausdruck des Progestronmangels der in der Regel immer vor dem Östrogenmangel eintritt.
Sollte das Klimakterium vor dem 40. Lebensjahr eintreten, spricht man von Klimakterium praecox.
Der Zeitpunkt der letzten Regelblutung, die Menopause, kann erst ein Jahr im Nachhinein bestimmt werden. Dies ist oft ein Wendepunkt im Leben einer Frau.
Die Postmenopause beginnt ca.12 Monate nach der Menopause – also der letzten spontanen Regelblutung. In dieser Phase können die typischen Wechselbeschwerden leider noch weiter bestehen bleiben bzw. sich verstärken.
Nach circa 15 Jahren beginnt das Senium.

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau. Viele Frauen erleben diese  Zeit völlig beschwerdefrei, andere wiederum werden durch lästige und typische Wechselbeschwerden in ihrem Alltag stark beeinträchtigt. Die Lebensqualität kann dadurch stark beeinträchtigt sein. Diese  Befindlichkeitsstörungen können sehr vielfältig sein und können in vegetative Störungen und psychische Veränderungen unterteilt werden.

Typische Wechselbeschwerden sind:

  • Schlaflosigkeit
  • Hitzewallungen, Herzrasen
  • Unkontrollierbare Schweißausbrüche
  • Rötungen Gesicht und Hals
  • Energieverlust, Antriebslosigkeit, Müdigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Innere Unruhe und Nervosität
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Launenhaftigkeit
  • Konzentrationsstörungen und Gedächtnislücken
  • Libidoverlust

Zusätzlich kommt es auch aufgrund des Östrogenmangels zu Veränderungen von Haut, Haaren und Knochen. Die Haut verliert an Elastizität und die Schleimhaut wird trocken. Davon  ist auch die Vaginalschleimhaut betroffen, dies kann zu unangenhmen Juckreiz führen.
Der Knochen verliert an Knochenmasse und das Risiko für Knochenbrüche steigt an. Diese Erkrankung nennt man Osteoporose, seine Vorstufe heißt  Osteopenie. Der Verlust der Knochenmasse ist in den ersten Jahren der Menopause am größten.
Durch gezielte kalziumreiche Ernährung und Bewegung kann sehr oft dem Knochenmassenverlust entgegengewirkt werden.

Persönliche Möglichkeiten

Die Wechseljahre kann man zwar nicht hinauszögern, doch hat sich gezeigt, dass Frauen, die regelmäßig Sport betreiben, sich gesund ernähren, nicht rauchen und auf Alkohol verzichten um bis zu 2 Jahre später in die Wechseljahre kommen als Frauen, die einen ungesunden Lebensstil haben.

Therapie ist nicht zwingend notwendig

Wie bereits erwähnt, leiden nicht alle Frauen unter den Veränderungen im Wechsel.
Bei ca. einem Drittel der Frauen wird die hormonelle Veränderung ohne wesentliche Beschwerden durchlebt.

Pflanzliche Arzneimittel

Ein Drittel der Frauen kann durch geänderte Lebensgewohnheiten, Ernährungsumstellung, köperliche Aktivität aber auch Mithilfe von pflanzlichen Arzneimitteln, TCM ( trad. Chinesische Medizin ) und Akupunktur sehr gut den Wegfall der Sexualhormone kompensieren.
Isoflavone aus Soja und Rotklee werden schon seit einigen Jahren zur Linderung von Wechselbeschwerden eingesetzt.
Auch die positven Effekte der Traubensilberkerze sind schon lange bekannt.
Allerdings ist eine kontinuierliche Einnahme der pflanzlichen Präparate unerlässlich und die positiven Wirkungen auch erst nach einigen Wochen wirklich spürbar. Eine exakte Patientinnenaufklärung ist daher unbedingt notwendig!
Zusätzlich können diese pflanzlichen Arzneimitteln auch bei Patientinnen angewendet werden die KEINE hormonelle Therapie (zum Beispiel bei Brustkrebs) erhalten dürfen

Bioidente Hormone

Bioidente oder körperidente Hormone sind baugleich mit den natürlichen Hormonen im weiblichen Körper. Seit den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts werden  bioidente Hormone bei den verschiedensten Beschwerden angewandt. Bioidente Hormone entfalten bei richtiger Anwendung die gleiche Wirkung wie die körpereigenen Hormone. Negative Nebenwirkungen sind bis jetzt nicht bekannt, auch nicht auf die Brust. Bioidente Hormone werden aus Diosgenin gewonnen. Dies ist ein natürlicher Stoff aus der Wilden Yamswurzel. Da es sich um bioidente Hormone handelt, werden diese vom Körper nicht als fremd erkannt und können so ihre gesamte biologische Wirkung entfalten. Sie dürfen nicht verwechselt werden mit den „Medikamenten mit Hormonwirkung“ wie der üblichen Hormonersatztherapie . Die in diesen „Medikamenten mit Hormonwirkung“ verwendeten Substanzen sind nicht baugleich mit den natürlichen Hormonen. Die bisher festgestellten Nachteile der Behandlung mit diesen Medikamenten treten bei der Behandlung mit bioidentenHormonen nicht auf. Da in der Regel bioidente Hormone in keiner festen Kombination vorliegen sind Sie individuell dosierbar.

Hormonersatztherapie

Sollte die Lebensqualität aufgrund der klimakterischen Beschwerden jedoch deutlich eingeschränkt sein, so ist eine Hormonersatztherapie (HRT) bzw. MHT (Menopausale Hormontherapie) den Patientinnen zu empfehlen. Das Zeitfenster für den Beginn („window of opportunity“) einer erfolgreichen Therapie ist einer der wichtigsten Faktoren. Der Beginn der Einnahme sollte daher unmittelbar nach der  Menopause sein – die positiven Auswirkunge der MHT auf Knochen und Herzkreislauf System sind in dieser Lebensdekade am effektivsten.
Vor Ersteinstellung mit einer MHT sind eine gynäkologische Routineuntersuchung mit Krebsabstrich und vaginalem Ultraschall sowie eine Mammographie  obligat. Zusätzlich müssen auch eventuelle weitere Risikofaktoren wie zum Beispiel vermehrter Nikotin- und Alkoholkonsum, Zustand nach Thrombosen, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, kardiovaskuläres Risiko und ein erhöhtes Brustkrebsrisiko abgeklärt werden.

Art, Dauer, Dosierung und Darreichungsform der MHT sollten sich immer – unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils und etwaiger Begleiterkrankungen – an dem Beschwerdebild und der subjektiven Befindlichkeit der Patientin orientieren. Es sollte generell möglichst niedrig dosiert und über den kürzest möglichen Therapiezeitraum behandelt werden – individuell entsprechend den jeweiligen Therapiezielen und Sicherheitsaspekten. Bei persistierenden Beschwerden besteht jedoch keine Beschränkung der Anwendungsdauer. Da initial üblicherweise eine Gelbkörperschwäche auftritt, kann zunächst mit einer reinen Progesteron-Therapie begonnen werden, welche häufig bereits zu einer deutlichen Linderung der Beschwerdesymptomatik führt.
Persistieren die Beschwerden unter Progesteron-Ersatztherapie, wird zusätzlich ein Östrogenpräparat transdermal oder oral verabreicht. Zudem können fixe Kombinationspräparate (Östrogen und Progesteron) eingenommen werden.
Zu Beginn der Therapie sind engmaschige Kontrollen alle 6 bis 8 Wochen notwendig, später im 6- bis 12-monatigen Intervall. Die Indikation zur MHT und die Neubewertung des Risikoprofils sollen mindestens jährlich überprüft werden, eine generelle Begrenzung für die Dauer einer MHT besteht jedoch nicht. Die Einnahmedauer einer differenzierten, individualisierten MHT orientiert sich an der Dauer der Beschwerden. Das Absetzen einer MHT, welches man bei Besserung/Sistieren der klimakterischen Beschwerden nach 3 bis 5 Jahren erwägen kann, sollte möglichst „ausschleichend“ erfolgen, d.h. Verringerung der Dosis bzw. Verlängerung der Applikationsintervalle über einen Zeitraum von mehreren Wochen.

In den letzten Jahren wurde die Hormonersatztherapie als Gefahr für die Frauen angesehen und mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen und Herzinfarkt in Zusammenhang gebracht. Die aktuellsten Publikationen, Leitlinien und Expertenmeinungen kommen heute allerdings zu dem Schluss, dass bei frühem Therapiebeginn – vor dem 60. Lebensjahr bzw. innerhalb der ersten Dekade nach der  Menopause – bei differenzierter Indikationsstellung und Berücksichtigung des individuellen Beschwerde- und Risikoprofils der Nutzen der MHT gegenüber potenziellen Risiken überwiegt. Bei MHT-Anwenderinnen ist darüber hinaus die Gesamtmortalität niedriger als bei Frauen, die keine MHT anwenden .

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